Aktuelles zum LPV

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22. Februar 2022
Hinab in die Tiefen des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal
Auf der Suche nach dem „Höhlentier des Jahres 2022“

Thüringen ist ein Karst- und Höhlenland. Mehr als 570 natürliche Höhlen konnten vom Thüringer Höhlen-verein e.V. in seinem über dreißigjährigen Bestehen in Thüringen erkundet und dokumentiert werden. Seit 2009 wählt der Bundesverband der Höhlenforscher ein „Höhlentier des Jahres“ (http://www.hoehlen-tier.de). Hiermit soll in der Öffentlichkeit und bei Behörden auf die kaum bekannte zoologische Arten-vielfalt in unterirdischen Lebensräumen hingewiesen werden. Das „Höhlentier des Jahres 2022“ ist die Kleine Hufeisennase, eine der kleinsten einheim-ischen Fledermausarten. Die Kleinen Hufeisennasen sind ur-sprünglich Höhlenfledermäuse, die sowohl im Sommer- als auch im Winter in den großen Karstge-bieten vorkommen können. Diese Fledermausart steht für eine große Zahl von Tierarten, die auf ge-schützte und frostfreie Rückzugsorte unter Tage angewiesen sind. Derzeit sind in Deutschland ca. 3000 Tierarten in Höhlen dokumentiert. 

Im Auftrag des Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz war der Thüringer Höhlenverein e.V., die Stiftung FLEDERMAUS und der Landschafts-pflegeverband Eichsfeld-Hainich-Werratal e.V. in den Höhlen des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal auf der Suche nach der Kleinen Hufeisennase. Bei der Erforschung der unterirdischen Ökosysteme und der darin vorkommenden Arten besteht ein enormer Handlungsbedarf. 

11. Februar 2022

Zusammen für Vielfalt
Entbuschungsmaßnahmen zur Etablierung einer Schafbeweidung bei Großburschla

Großburschla liegt am Ufer der Werra, im äußersten Nordwesten des Wartburgkreises und ist seit 1994 ein Stadtteil der Stadt Treffurt. Auf dem ehemaligen Grenzstreifen, dem „Grünen Band“, soll nun wieder eine Schafbeweidung etabliert werden. Hier erfolgte bereits im Sommer eine Beweidung mit Schafen. Aktuell finden Mulcharbeiten statt, damit der hohe Aufwuchs zurück gedrängt wird. Dafür wurde extra ein Spezial-Mulcher eingesetzt, der die Fläche möglichst schonend behandelt. Im weiteren Verlauf sollen Dorngebüsche von der Fläche entfernt werden. Durch die Maßnahme soll das Artenreichtum auf der Fläche entwickelt werden. Das Werratal ist ein Hotspot der biologischen Vielfalt. Die vielgestaltige Landschaft beheimatet zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die andernorts verschwunden sind. Durch die Zusammenarbeit mit dem Bundesprojekt „Schaf schafft Landschaft" (in Trägerschaft der Universität Kassel), dem Landschafts-pflegeverband Eichsfeld-Hainich-Werratal e.V. und der Stiftung Natur-schutz Thüringen als Flächeneigentümerin, konnte ein Schäferei Betrieb gewonnen werden, der die Flächen langfristig beweiden wird. Es soll ein zusammenhängendes Weideland als Biotopverbund ge-sichert und Lebensräume für Tiere und Pflanzen aufgewertet werden. Auch die Stadt Treffurt stellt hierfür ein Flurstück zur Verfügung. Die Maßnahmen werden durch Gelder des Europäischen Landwirtschafts-fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und durch den Freistaat Thüringen finanziert. 

24. Januar 2022 

Mit Pferdestärken und Maschinenkraft 
Gemeinsame Arbeitseinsätze im Wartburgkreis und im Eichsfeld

Im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal liegt der Kielforst im nörd-lichen Wartburgkreis und der „Ministerblick“ oberhalb von Lindewerra im westlichen Eichsfeld. Beide Gebiete liegen am „Grünen Band“, im Nationalen Naturmonument und sind aufgrund ihrer herausragenden Artenvielfalt im besonderen Interesse des europä. Naturschutzes, im Sinne der europäischen Fauna-Flora-Habitat Richtlinie (FFH-Richt-linie). Hier konnten am 21. und 22. Januar gemeinschaftlich mit der Stiftung Naturschutz Thüringen und dem Landschaftspflegeverband Eichsfeld-Hainich-Werratal e.V. zwei Arbeitseinsätze durchgeführt werden.

Der Berg Kielforst liegt im FFH-Gebiet „Kielforst nordwestlich Hörschel“, erhebt sich mit 445,5 m ü. NN im Südwesten des Natur-raums „Werrabergland-Hörselberge“. Ein Großteil bildet ein zusam-menhängendes Laubwaldgebiet mit naturnahen Waldmeister- und Orchideen-Buchenwäldern. Das nach Süden exponierte Kalkgestein ist für ein warmes und trockenes Kleinklima verantwortlich. Das Gebiet beinhaltet eine durch einen Bergsturz im Jahr 1835 entstandene Ab-risswand mit einer Höhe von ca. 25 m. Die entsprechende Begleitflora auf den Schotterfluren sowie artenreiche Halbtrockenrasen besitzen eine hohe naturschutzfachliche Wertigkeit, welche nur durch Nutzung offengehalten werden kann. Hier erfolgt gerade auf Teilflächen die Etablierung einer Rinderbeweidung. Jedoch konnten die Weidetiere nicht den gesamten Aufwuchs bewältigen, der nun durch einen Ar-beitseinsatz mit fleißigen Ehrenämtlern, u.a. vom Landschaftspflege-verein Creuzburger Ziegen e.V. entfernt werden konnte.  

Auch das Gebiet um den „Ministerblick“, oberhalb von Lindewerra, kann nur durch Weidetiere offengehalten werden. Hier beweiden seit letztem Frühjahr zeitweise Ziegen die Flächen, welche dafür sorgen, dass die besonders naturschutzfachlich hochwertigen „Trockenen Heiden“ erhalten bleiben. Die Flächen liegen im FFH-Gebiet „NSG Kelle – Teufelskanzel“ und gehören auch zum Naturraum Werrabergland – Hörselberge. Von Norden nach Osten verläuft der Höhenzug des Höhe-bergs, dessen höchste Erhebung mit 510,9 m ü. NN im Norden die Junkerkuppe ist. Im Nordwesten befindet sich die bekannte Burgruine Hanstein. Um das Gebiet der beweideten Heideflächen zu erweitern, musste vorerst eine Entfernung der Verbuschung erfolgen. Aufgrund der extremen Steillage erfolgte der Einsatz eines Rückerpferdes, welches das Schnittgut von der Fläche schaffte. 

16. Januar 2022

„Thüringer Schweiz“ bei Creuzburg – Walliser Schwarzhalsziegen treffen auf Thüringer Wald Ziegen 
Maßnahmenumsetzung an den Ebenauer Köpfen 

Trockenrasen stehen aufgrund ihrer herausragenden Artenvielfalt und der hohen Anzahl an gefährdeten Arten im besonderen Interesse des europäischen Naturschutzes. Trockenrasen sind zudem Lebensraum-typen im Sinne der europäischen Fauna-Flora-Habitat Richtlinie, deren günstige Erhaltungszustände zu erhalten oder gegebenenfalls wieder-herzustellen sind. Abgesehen von kleinflächigen Vorkommen im Bereich natürlich gehölzfreier Felsstandorte handelt es sich um „Kulturbiotope“, deren Entstehung und Erhaltung über Jahrhunderte hinweg eng an die Nutzung durch Beweidung mit kleineren Weide-tieren, wie Schafen und Ziegen gekoppelt war. Die Schaf- und Ziegen-beweidung ist insbesondere in ertragsschwachen Steillagen nicht mehr rentabel. Die Verbuschung der Standorte nach Nutzungsaufgabe stellt aktuell die Hauptgefährdungsursache der Trockenrasen dar. Um die drohende Verbuschung der Ebenauer Köpfe - Kalkfelsen mit Trockenrasenbiotopen - zu vermeiden wird der Landschaftspflege-verein Creuzburger Ziegen e.V. die Beweidung übernehmen. Hierzu bedarf es vorheriger Entbuschungsmaßnahmen und die Installation einer Festeinzäunung, welche durch die finanzielle Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ ermöglicht wird. Die Beweidung soll mit Thüringer Wald Ziegen und Walliser Schwarzhalsziege, einer der ältesten Hausziegenrassen der Welt, durchgeführt werden. Die Schwarzhalsziegen wird vor allem im Kanton Wallis in der Schweiz gehalten und gilt als Hochgebirgsrasse.

03. Januar 2022 

Ein Triftweg für die Creuzburger Ziegen zur Beweidung von Wacholderheiden

Zwischen Weihnachten und Neujahr trafen sich Mitglieder des Land-schaftspflegevereins Creuzburger Ziegen e.V., des BUND Kreisver-bandes Wartburgkreis und des Landschaftspflegeverbandes Eichsfeld-Hainich-Werratal e.V. um gemeinsam dafür zu sorgen, dass die neu erschlossenen Beweidungsflächen bei Creuzburg Richtung Mihlberg auch gut für die Ziegen und Schafe erreichbar werden. Durch die Freistellung eines Triftwegs sollen nun die Wacholderheiden in ein Beweidungsverbund einfließen können, welche auch die kürzlich entbuschte Kirschplantage umfasst. Mit den Ziegen des Creuzburger Ziegenvereins erfolgt die Initialbeweidung, jedoch langfristig sollen dann die Flächen extensiv mit den Schafen eines regional ansässigen Schäfereibetriebes beweidet werden. 

Wacholderheiden gehören zu den nach § 30 des Bundesnaturschutz-gesetzes und ergänzend § 15 des Thüringer Naturschutzgesetzes aufgelisteten Biotoptypen, welche eine besondere Bedeutung haben und somit gesetzlich geschützt sind. Handlungen, die zu einer Zer-störung oder einer sonstigen erheblichen Beeinträchtigung der so geschützten Biotope führen können, sind verboten. Neben dem Vor-kommen zahlreicher Pflanzenarten zeichnen sich Wacholderheiden durch Insektenreichtum, insbesondere von Schmetterlingen, aus.

03. Januar 2022

Auf der Suche nach einer der kleinsten einheimischen Fledermausarten

Der Landschaftspflegeverband Eichsfeld-Hainich-Werratal e.V. ist im Auftrag des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Natur-schutz auf der Suche nach Winterquartieren der Kleinen Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros). In Thüringen ist die Kleine Hufeisennase selten und nach Bundesnaturschutzgesetzes streng geschützt. Sie gehört zu den „unterirdisch überwinternden“ Fledermausarten, die im Herbst in die Winterquartiere einfliegen und diese nach einem langen Winterschlaf erst im Frühjahr wieder verlassen. Als typische Winter-quartiere gelten Keller, Stollen und natürliche Höhlen. Die zierliche Fledermausart besitzt einen besonders groß wirkenden hufeisen-förmigen Nasenaufsatz und erreicht gerade mal ein Gewicht von 4 bis 7 Gramm. Im Sommer jagen die Tiere vorwiegend im Wald. Dabei sind verbindende Leitstrukturen, wie Baum- und Gebüschreihen zwischen den Quartieren und den Jagdgebieten notwendig. Im Sommer nutzen die Hufeisennasen als Quartiere auch leerstehende Gebäude, Dach-böden und Keller. Diese Fledermausart kommt nicht in waldärmeren und intensiv genutzten Gebieten vor. Der momentan bekannte Ver-breitungsschwerpunkt in Thüringen befindet sich im Saaletal. Durch die jahrzehntelange Arbeit vor allem von ehrenamtlichen Fledermaus-kundlern konnte auch für Westthüringen schon viele Daten bzgl. der Raumnutzung und Vorkommen dieser Fledermausart gesammelt werden. Hier wird der Landschaftspflegeverband anknüpfen und die Daten aktualisieren, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. 

Die Kleine Hufeisennase                         Foto: Torsten  Petersen 

03. Januar 2022

Naturschutz ohne Grenzen - „Schaf schafft Landschaft“ und Landschaftspflegeverband Eichsfeld-Hainich-Werratal e.V. arbeiten Hand in Hand 

Das Werratal mit Hohem Meißner und Kaufunger Wald im Dreiländereck Hessen, Thüringen und Niedersachsen ist ein Hotspot der biologischen Vielfalt. Die vielge-staltige Landschaft beheimatet zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die andernorts verschwunden sind. Davon profitiert auch der nachhaltige Tourismus, der durch die vielen Angebote auf seine Kosten kommt. Ein entscheidender Faktor für diese positive Bilanz ist die engagierte Naturschutzarbeit: „Die Bereitschaft zur Zusam-menarbeit im Sinne des Naturschutzes über Verwaltungs- und Zuständigkeitsgrenzen hinweg ist in dieser Region außergewöhnlich hoch. Das gilt für Akteure aus Praxis, Verwaltung und Wissenschaft gleichermaßen“, erzählt die Koordinatorin vom Projekt „Schaf schafft Landschaft“ aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt, Dr. Anya Wichelhaus von der Uni Kassel. 

Der Schwerpunkt des Hotspotgebiets liegt in der nordhessischen Werra-Meißner-Region. Hier haben die Projektpartner von „Schaf schafft Landschaft“, die Uni Kassel, der Geo-Naturpark Frau-Holle-Land und der Werra-Meißner-Kreis, gemeinsam mit den ansässigen Schäfereien in den beiden vergangenen Projektjahren bereits einiges für den Naturschutz bewegt: Zusammenhängendes Weideland wurde für den Biotopverbund gesichert, Lebensräume aufgewertet und Hilfsmittel für eine naturschutzgerechte Beweidungspraxis angeschafft. „Durch unseren neu gewonnenen Partner, dem Landschaftspflegeverband Eichsfeld-Hainich-Werratal e.V., wird unsere Arbeit nun auch nach Thüringen getragen,“ erklärt Wichelhaus. Der genannte Landschaftspflegeverband hat durch seine engagierten Mitglieder ein größer angelegtes Kooperationsprojekt auf die Beine gestellt: Unter dem Titel „Offenhaltung der (Halb)trockenrasen in FFH-Gebieten in Westthüringen durch Schaf- und Ziegenbeweidung mit Förderung des Biotopverbundes“ ist das Projekt, welches durch Gelder des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und durch den Freistaat Thüringen finanziert wird, zusammen mit der offiziellen Kooperation im Mai diesen Jahres gestartet. 

Damit die Planung und Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen bundesländerübergreifend Hand in Hand gehen, bedarf es regelmäßiger Planungstreffen und eines stetigen Informationsaustauschs. Letzteres soll u.a. über eine gemeinsam gepflegte Datenbank erreicht werden – eine weitere Herausforderung, der sich die Partner in naher Zukunft stellen wollen. „Solche Strukturen existieren unseres Wissens bislang nicht, obwohl sie eigentlich essenziell sind, um Naturschutzmaßnahmen effektiv aufeinander abzustimmen“, meldet sich Frau Dr. Kerstin Wiesner zu Wort, die Projektleiterin beim Landschaftspflegeverband Eichsfeld-Hainich-Werratal e.V. ist. Dies gelte vor allem für die angestrebten großräumig angelegten Biotopverbundmaßnahmen, an denen viele Akteure beteiligt werden müssen. Wichtig im Rahmen der gemeinsamen Projektarbeit sei deshalb auch der Aufbau gemeinsamer Akteursnetzwerke: „Wir beginnen hier nicht bei null, sondern bauen auf die langjährige ver-trauensbildende Arbeit aller beteiligten Partner auf“, so Wiesner. Pragmatischer geht es an die Finanzierung der gemeinsam geplanten Maßnahmen: „Schaf schafft Landschaft“ übernimmt die Kosten für die Maßnahmenumsetzung auf hessischer Seite und das Kooperationsprojekt finanziert die Umsetzung im thüringischen Teil des Hotspots. 

Die Kooperation trägt Früchte: Im Bereich Wanfried wurde der erste Beweidungskorridor einer Schäferei länderübergreifend erweitert. Der dortige Schäfer zieht nun von seinen nordhessischen Weiden zu bislang brachliegenden Grünlandflächen im Bereich des Grünen Bandes nahe Hildebrandshausen in Thüringen. Um die Beweidung zu ermöglichen, wurden zunächst in Teilbereichen Gehölze zurückgeschnitten. Dabei betont Wichelhaus: „Bei der Maßnahmenplanung und Umsetzung haben wir immer auch die anderen Naturschutzziele mit im Blick. Für gebüschbrütende Vögel und schutzsuchende Wildtiere bleiben ausreichend Gehölze stehen. Wir schaffen Struktur- und Nischenvielfalt.“ In den kommenden Jahren werden weitere gemeinsame Naturschutzmaßnahmen folgen. Dafür sind bereits jetzt zahlreiche Flächen im Bereich des Grünen Bandes und Umgebung identifiziert, die in Beweidungskorridore eingebunden werden sollen. „Außerdem steht die Erarbeitung eines Leitfadens zur länderübergreifenden Beweidung auf unserer Agenda“, ergänzt Frau Wiesner. „Wir wollen die kooperierenden tierhaltenden Betriebe in Förderfragen unterstützen und die damit verbundenen nicht unerheblichen bürokratischen Hürden für die Betriebe etwas herabsetzen.“ Weitere gemeinsame Initiativen zur Weiterentwicklung der Naturschutzarbeit im Hotspot 17 sind in der Pipeline.

Förderhinweis 

Das Projekt „Schaf schafft Landschaft" wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie durch das Land Hessen (HMUKLV) und die Heinz Sielmann Stiftung gefördert. 

Projektwebseite: www.schafland17.de 

Projektsteckbrief auf der Seite des BfN: https://biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm/projekte/projektbeschreibungen/schaf-schafft-land.html

Vor der Maßnahmenumsetzung

02. Dezember 2021

Pflege und zukünftige Nutzung einer alten Kirschplantage bei Creuzburg Richtung Mihlberg

In Thüringen sind schätzungsweise 10.000 Hektar Streuobstwiesen, von denen etwa 75 Prozent aufgrund ihres mangelhaften Zustandes gefährdet sind. In der derzeit geltenden Roten Liste der Biotoptypen Thüringens werden Streuobstwiesen als stark gefährdet eingestuft. Einer der Hauptgefährdungsursachen für Streuobstwiesen ist die mangelnde Nutzung des Unterwuchses und die mangelhafte Pflege und ausbleibende Nachpflanzungen der Obstbäume. 

Auch in und um Creuzburg befinden sich mittlerweile ungenutzte Streuobstbestände. Die jahrelang brachliegende Kirschplantage Richtung Mihlberg sollen nun wieder extensiv mit den Schafen eines regional ansässigen Schäfereibetriebes beweidet werden. Gerade laufen die Entbuschungsmaßnahmen auf der Fläche. Auch ein Er-haltungsschnitt an den Obstbäumen ist geplant, um zukünftig eine strukturreiche, extensiv genutzte Streuobstweide zu erhalten. Diese gelten als Refugium für besonders seltene und bedrohte Tierarten. In Streuobstbeständen in Thüringen konnten 115 Vogelarten nachge-wiesen werden. Darüber hinaus sind Streuobstflächen reich an Käfer-arten. Dieser Insektenreichtum stellt wiederum ein ideales Jagdrevier für zahlreiche Fledermausarten dar. Die Pflegemaßnahmen laufen im Rahmen des Projektes „Offenhaltung der (Halb)trockenrasen in FFH-Gebieten in Westthüringen durch Schaf- und Ziegenbeweidung mit Förderung des Biotopverbundes“, welches durch Gelder des Euro-päischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums, als auch durch den Freistaats Thüringen finanziert wird. Weitere Maßnahmen in und um Creuzburg sind geplant bzw. bereits erfolgt. Darunter u.a. Initialbeweidungen mit Ziegen. Hier arbeiten vor allem der neu gegründete Landschaftspflegeverein Creuzburger Ziegen e.V. und der Landschaftspflegeverband Eichsfeld-Hainich-Werratal e.V. Hand in Hand eng zusammen. 

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